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Unter dem Begriff „Schulmedizin" werden alle diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen zusammengefasst, die dem Denkansatz von Ursache und Wirkung folgen, welche mit wissenschaftlichen Methoden objektiv nachweisbar sind. Die Schulmedizin ist vom Denkansatz her krankheitsorientiert. Die Krankheit steht mit dem Hintergrund eines mechanistischen Krankheitsmodells im Vordergrund, der Patient im Hintergrund. Der Patient fühlt sich oft als passiver Zuschauer unbeteiligt, u.a. weil die fachliche und sprachliche Komplexität der Biomedizin dem Patienten die Teilnahme und das Verständnis erschwert.

Der Körper funktioniert durch biologische und biochemische Prozesse. Die Aufgabe des Arztes wird in der Beseitigung der Krankheit gesehen.

Die Schulmedizin richtet ihr Augenmerk auf bekannte pharmazeutische und technische Errungenschaften, darunter verstärkt auf die Wirkung von Medikamenten und bestimmter Verfahren, die mit Wahrscheinlichkeit und in der Wiederholung zu bestimmten Ergebnissen und damit zur einer umfassenden Behandlung von Erkrankungen führen. Ebenso werden Risiken und Nebenwirkungen in die Erforschung miteinbezogen.

Anstelle von Schulmedizin kann man auch von naturwissenschaftlich orientierter Medizin sprechen. Die Schulmedizin ist allgemein anerkannt, wird an Universitäten gelehrt und angewandt.

Das Gesamtkonzept von Körper, Geist und Seele spielen dabei eine unwesentliche Rolle.

Bevor Ärzte in Deutschland praktizieren dürfen, müssen sie eine lange, anstrengende Ausbildung absolvieren. Die Studienzeit für Humanmedizin beträgt bis zum Staatsexamen sechs Jahre und drei Monate. Studenten müssen nicht nur theoretische Informationen erlernen, sondern diese durch praktische Tätigkeiten ergänzen. So verbringen die Studenten im letzten Jahr ihre Zeit in Lehrkrankenhäusern und Unikliniken.

Das Medizinstudium setzt ein hohes Maß an Belastbarkeit voraus. Durch die gesetzlichen Vorgaben ist das Studium stark reglementiert. Die Studierenden müssen mit einer Belastung von mindestens 25 bis 30 Stunden je Semesterwoche allein für die Teilnahme an Pflichtveranstaltungen rechnen. Der Prüfungsrhythmus ist rasch aufeinanderfolgend, das Prüfungsniveau allgemein hoch und der Prüfungsstoff umfangreich. Die in anderen Studiengängen übliche vorlesungsfreie Zeit entfällt häufig, oder es müssen ganztägige unvergütete klinische Praktika abgeleistet werden.

 

Deutsche Fachrichtungen:

Allgemeinmedizin, Anästhesiologie, Anatomie, Arbeitsmedizin, Augenheilkunde, Biochemie, Chirurgie, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Haut- und Geschlechtskrankheiten, Humangenetik, Hygiene und Umweltmedizin, Innere und Allgemeinmedizin (Hausarzt), Kinder- und Jugendmedizin, Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, Laboratoriumsmedizin, Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Neurochirurgie, Neurologie, Nuklearmedizin, Öffentliches Gesundheitswesen, Pathologie, Pharmakologie, Physikalische und Rehabilitative Medizin, Physiologie, Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Radiologie, Rechtsmedizin, Strahlentherapie, Transfusionsmedizin, Urologie

Durch die mechanistische Herangehensweise, die extreme Spezialisierung der Fach-, und Forschungsbereiche, konnten unfassbare Forschungsergebnisse in den jeweiligen Fachbereichen erzielt werden, durch die viele Leben gerettet und verlängert werden konnten.

 

Die Verbindung von Schulmedizin und anderen Heilungsansätzen

Gleichwohl wird der Mensch auch in der Schulmedizin zunehmend als vernetztes System verstanden, dies wird insbesondere durch die modernen Forschungsmethoden ermöglicht. Neueste Entwicklungen gehen zu einer Verbindung verschiedener Fachbereiche, sogar verschiedener Heilungsansätzen und Konzepte über, zur „Integralen Medizin“. Die Integrale Medizin ist eine die Krankheitsursachen erforschende, erweiterte, ganzheitlich therapierende Medizin, die herkömmliche Denkweisen verlässt und die Grenzen der traditionellen Medizin überschreitet. In einigen Ländern wie z. B. den USA oder Kanada wird die Kombination aus universitärer und komplementärer Medizin als Integrative Medizin bezeichnet.

In Deutschland gibt es für Fachärzte nach der abgeschlossenen Facharztausbildung die Möglichkeit die durch die Ärztekammern anerkannte Zusatzbezeichnung "Naturheilverfahren" zu erlangen. Zum Erwerb der Zusatzbezeichnung sind vier Kurse mit zusammen 160 Unterrichtseinheiten sowie eine 12-wöchige Praxis-Hospitation bei einem weiterbildungsermächtigten Arzt erforderlich.

Die Weiterbildung beinhaltet den Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in balneo-, klimatherapeutischen und verwandten Maßnahmen, bewegungs-, atem- und entspannungstherapeutischen Maßnahmen, der Massagebehandlung und reflexzonentherapeutischen Maßnahmen einschließlich manueller Diagnostik, den Grundlagen der Ernährungsmedizin und Fastentherapie, der Phytotherapie und Anwendung weiterer Medikamente aus Naturstoffen, der Ordnungstherapie und Grundlagen der Chronobiologie, physikalischen Maßnahmen einschließlich Elektro- und Ultraschalltherapie, den ausleitenden und umstimmenden Verfahren und Heilungshindernissen und Grundlagen der Neuraltherapie.

 

Das akademische Zentrum Komplementäre & Integrative Medizin (AZKIM)

Für die Behandlung einer Vielzahl von Krankheiten erwägen Patienten wie Ärzte zunehmend komplementäre Therapieformen, also solche, die den Heilungsprozess in Ergänzung zur sogenannten „Schulmedizin“ unterstützen. Wodurch die Wirkung erzielt wird, ist oft noch unklar. Das neu gegründete Akademische Zentrum Komplementäre & Integrative Medizin AZKIM erforscht die Wirkung und Sicherheit von komplementären medizinischen Verfahren über streng wissenschaftliche Methoden. Das AZKIM ist ein überregionaler Zusammenschluss von Ärzten und Wissenschaftlern an den vier Universitätskliniken Baden-Württembergs Heidelberg, Freiburg, Tübingen und Ulm. Im Fokus stehen die Wirkmechanismen von pflanzlichen Wirkstoffen, Ernährung und Akupunktur bei der unterstützenden Therapie von immunologischen Erkrankungen und Tumorerkrankungen.
www.azkim.de

 

Das Uni-Zentrum „Naturheilkunde“ in Freiburg

In der Universitätsklinik Freiburg gibt es das Uni-Zentrum „Naturheilkunde“, im Oktober 2015 wurde der Bereich, „Anthroposophisch Medizinische Forschung“ eingerichtet. Ziel dieses Bereiches ist die Evaluation der Wirksamkeit von Einzelmaßnahmen und Konzepten der Anthroposophischen Medizin.

Bereich Anthroposophisch Medizinische Forschung (BAMF)

 

„Naturheilverfahren in der Medizin“ in Tübingen

In Tübingen gibt es seit 2004 für Studierend der Medizin eine Vorlesungsreihe  am Universitätsklinikum.

 

Institut für Naturheilkunde und Klinische Pharmakologie in Ulm

Am Universitätsklinikum Ulm gibt es das Institut für Naturheilkunde und Klinische Pharmakologie. Die Aufgaben des Instituts liegen hauptsächlich in den Bereichen Lehre und Forschung.
Naturheilkunde und klinische Pharmakologie

 

Institut zur wissenschaftlichen Evaluation naturheilkundlicher Verfahren in Köln

In Köln gibt es das Institut zur wissenschaftlichen Evaluation naturheilkundlicher Verfahren an der Universität. Ihr Anliegen ist es Patienten/Innen bei der Orientierung in der Vielzahl angebotener Diagnostik-/Therapieverfahren zu unterstützen. Darüber hinaus möchten sie durch Forschung und Öffentlichkeitsarbeit den sinnvollen Naturheilverfahren zur angemessenen Anerkennung verhelfen.
http://www.iwenv.de

 

Mehr Infos zur Integralen Medizin:

Rüdiger Dahlke - Integrale Medizin – Das Weltbild
Rüdiger Dahlke - Eine Neue Medizin oder Alternativ-Medizin?
Integrales Forum  - Integrale Medizin

 

Adressen:

ZAEN - Zentralverband der Ärzte für Naturheilverfahren - www.zaen.org
Ärztegesellschaft für Erfahrungsheilkunde e.V. - www.erfahrungsheilkunde.org

 

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